Das Projekt „Stadt Inklusive!“ sucht eine engagierte Projektleitung

Das Projekt „Stadt Inklusive!“ Kompetenzzentrum inklusive Stadtteilarbeit im Verband für sozial-kulturelle Arbeit e.V. sucht ein*e engagierte Mitarbeiter*in für die Projektleitung
mit einem Umfang von 29,25 h/Woche.

Die ausführliche Ausschreibung finden Sie unter folgendem Link: Stellenauschreibung Projektleitung
Wir freuen uns über Ihre Bewerbung bis zum 13. April 2016 bevorzugt per E-Mail an
stadt-inklusive@sozkult.de
oder per Post an
Verband für sozial-kulturelle Arbeit e.V. Barbara Rehbehn, Geschäftsführerin Tucholskystr. 11, 10117 Berlin

„Stadt Inklusive!“ – es geht los!

Liebe Nachbarschaftshäuser, Inklusionsbewegte und Interessierte,

das Projekt Stadt inklusive! Kompetenzzentrum Inklusive Stadtteilarbeit des VskA e.V. geht an den Start.

Virtuell möchten wir uns daher schon einmal bei Ihnen vorstellen.

„Wir“, das sind:
Antje Barten – Sozialarbeiterin, Bildungsreferentin und Aktivistin
Eileen Moritz – Supervisorin, Bildungsreferentin und Diversity Trainerin

In der Projektlaufzeit vom Dezember 2015 bis zum November 2018 haben wir uns einiges vorgenommen.
Aufbauend auf dem  Projekt „Inklusion Konkret“ werden wir …

  • … Interviews mit Menschen mit Behinderung führen um Bedarfe zu erheben, wobei es uns wichtig ist mit Menschen in Kontakt zu kommen, die bisher noch keine Angebote der Nachbarschaftshäuser wahrgenommen haben, um so zukünftig neue Besucher*innen zu akquirieren,
  • … Mobilitätsfortbildungen für Menschen entwickeln, denen aus unterschiedlichen Gründen (beispielsweise zu hohe Stufen im Bus, ein schwer zu entziffernder Fahrplan oder fehlende Notrufnummern in den Abendstunden) Barrieren auf dem Weg zum Nachbarschaftshaus begegnen,
  • … Assistenzpools in Kooperation mit 4 Nachbarschaftshäusern einrichten, um Wegebegleitungen für die Besucher*innen der Nachbarschaftshäuser anbieten zu können.
  • … Fortbildung und Unterstützung im Themenbereich Mobilität und barrierefreier Kommunikation für Mitarbeiter*innen und Ehrenamtliche der Nachbarschaftshäuser anbieten,
  • … auf einer Website und über Facebook unsere Arbeit vorstellen und inklusive Handlungsstrategien der Nachbarschaftshäuser zusammentragen.

Wollen Sie mit uns Mobilitätstrainings entwickeln und umsetzen?
Wollen Sie modelhaft einen Assistenzpool aufbauen?
Wollen Sie als Teilnehmer*innen an Schulungen in Austausch gehen und ihr Wissen erweitern?
Und sind sie als Stadtteilzentrum im VskA engagiert?
Dann werden Sie unser*e Kooperationspartner*in!

Haben sie bereits inklusive Strukturen oder Angebote, die wir uns unbedingt einmal ansehen sollten?
Oder wünschen Sie sich Unterstützung in der Umsetzung barrierefreier Angebote?

Schreiben Sie uns, oder rufen Sie an – wir sind Montag, Dienstag und Freitag zwischen 10 und 16 Uhr unter 030 / 8642144 sowie stadt-inklusive@sozkult.de erreichbar.

Wir freuen uns auf spannende 3 Jahre und wünschen Ihnen und ihren Besucher*innen frohe Feiertage!

Antje Barten und Eileen Moritz

Ganz zum Schluss, ganz persönlich…

Inklusion als Bild: ein Weg, ein Prozess.

Liebe Leserinnen und Leser,

unser letzter Newsletter ist online und mit ihm auch die Antwort auf die Frage, wie es denn mit Inklusion konkret (und uns) weitergeht.

Ich bedanke mich im Namen des Projektes „Inklusion konkret“ für Ihre Offenheit, den gemeinsamen Weg und die unglaublich vielen guten Ideen für mehr Inklusion, die wir zum Teil mit in die Tat umsetzen konnten, aber auch für den Blick über den Tellerrand und auf die Rahmenbedingungen, ohne die Inklusion nicht Normalität werden oder einfach gelebt werden kann.

Das Highlight des Projektes war für mich die Signetverleihung „Realitäts-Check Inklusion“ im Berliner Abgeordnetenhaus und dort die Diskussionsrunde (ab 58:25) mit den 4 Preisträgern. Alle Nachbarschaftseinrichtungen berichteten über das, was Inklusion für mich ausmacht: Entwicklungen. Da gab es den Computerkurs in einfacher Sprache, der jetzt auch von älteren Menschen genutzt wird, die Übersetzungen nicht nur in Leichte, sondern auch in mehrere Muttersprachen, Praktika, Vereinsmitgliedschaften und neue Rollen von Menschen, die sonst eher als hilfsbedürftig wahrgenommen werden, Hinzuverdienstmöglichkeiten für Menschen mit psychosozialen Behinderungen, selbst organisierte Fortbildungen in Gebärdensprachkompetenz für Mitarbeitende, Fortbildungen für Anwohnerinnen und Anwohner und immer wieder Aha-Erlebnisse.

Kein einziges Mal fielen Worte wie „Das können wir nicht.“ „Das ist zu teuer.“ „Dafür sind wir nicht ausgebildet.“ „Das ist gegen den Denkmalschutz.“ „Dafür ist keine Zeit.“

Inklusion bringt Entwicklung und setzt Kreativität frei. So hat die Qualifizierungsreihe „Brücken bauen für mehr Barrierefreiheit und Teilhabe“ im Nachbarschaftshaus Urbanstraße dazu geführt, dass beim nächsten Kiezprojekt das Thema „Mehr barrierefreie Arztpraxen im Kiez“ ist. Oder die kreative Leichte-Sprache-Übersetzung für „zuverlässige, persönliche Ansprechpartner“? „Mund-zu-Mund-Sprache“. 😉

Inklusion konkret geht zu Ende. Mit diesem letzten Newsletter verbinde ich die Hoffnung (und eigentlich bin ich mir dessen jetzt schon sicher), dass sich unsere Wege wieder kreuzen.

Wir sehen und lesen uns wieder, versprochen.

​Freund​liche Grüße,

Ulrike Pohl

Inklusion konkret beteiligt sich an Broschüre „Auf die Plätze…Kino“

https://www.facebook.com/779043298793069/photos/a.1076037385760324.1073741835.779043298793069/1076037399093656/?type=3&theater

Broschüre „Auf die Plätze…Kino – Überlegungen und Machbarkeitsstudie für ein neues Kinoprojekt in Berlin“ ist soeben erschienen. Inklusion konkret hat sich mit Fachwissen unter anderem zu „Inklusivem Film“ beteiligt.

In Berlin soll ein neues Kinoprojekt entstehen: dezentral, mobil, kostenlos und in Kooperation mit den sozial-kulturellen Einrichtungen Berlins.

„Auf die Plätze…Kino“ hat den Schwerpunkt Berliner Filmemacher oder Filme mit Berlinbezug und zeigt Filme zu den Themengebieten (Berlin-)Touristen, Geflüchtete, Stadtentwicklung, Kiezgeschichte, städtische Armut, Gentrifizierung und das pralle Leben in Berlin.

„Auf die Plätze…Kino“ ist möglichst barrierefrei und inklusiv. Filme, die inklusive Themen behandeln und/oder möglichst barrierefrei sind (Untertitel, Audiodiskription etc.) und/oder in Zusammenarbeit mit Menschen mit Behinderung entstanden sind, werden bevorzugt behandelt.

Die Broschüre „Auf die Plätze…Kino – Überlegungen und Machbarkeitsstudie für ein neues Kinoprojekt in Berlin“ können Sie über die Website des Verbandes für sozial-kulturelle Arbeit e. V. herunterladen.

Lesung im Stadtteil-Zentrum am Teutoburger Platz: „Besonders normal, wie Inklusion gelebt werden kann“

https://www.facebook.com/779043298793069/photos/a.1071195589577837.1073741833.779043298793069/1071195606244502/?type=1&theater

Am 3. Juli um 20 Uhr liest Minka Wolters aus ihrem Buch „Besonders normal, wie Inklusion gelebt werden kann“ im Stadtteil-Zentrum am Teutoburger Platz.

Aus dem Inhalt: „Unabhängig von der Ursache oder dem Grad der Behinderung bedeutet Inklusion die selbstbestimmte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Gemessen an diesem Anspruch gibt es viel zu tun: Menschen mit Behinderung treffen auf unterschiedlichste Barrieren, im wörtlichen wie im übertragenen Sinne. Welche Kita, welche Schule bietet eine adäquate Betreuung für ein behindertes Kind? Welche Ausbildungsgänge sind barrierefrei? Wo gibt es Entlastung im Familienalltag? Wer hilft bei logistischen, finanziellen oder bürokratischen Fragen? Nicht zuletzt: Wie begegnet die Gesellschaft Menschen mit Handicaps? Minka Wolters porträtiert Familien und Singles, Studierende und Sportler, Betreuende und Lehrende. Ihr Report vermeidet Schönfärberei und bietet ein ehrliches Bild davon, wie und wo Inklusion Wirklichkeit werden kann.“ (Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung)

„Für das Menschsein gibt es keine Norm.“

Liebe Leserinnen und Leser,

in meiner kleinen Abschlussrede zur Signetverleihung „Realitäts-Check Inklusion“ im Berliner Abgeordnetenhaus habe ich u. a. Richard von Weizsäcker zitiert:
„Es gibt keine Norm für das Menschsein.“

Dass diese Worte so schnell wieder an Bedeutung gewinnen, habe ich damals nicht geahnt. Aber:

Am kommenden Dienstag, 26. Mai 2015, soll in der Berliner Urania eine Feierstunde stattfinden, die den Bioethiker Peter Singer wegen seiner Verdienste um Tierleidminderung ehren wird.

Peter Singer vertritt die Auffassung, dass Menschen Personen oder „Wesen“ sind. „Wesen“, die seiner Meinung nach kein Bewusstsein von sich selbst haben und deshalb auch keinen Genuss empfinden könnten.

Zu diesen „Wesen“ zählt er auch schwerbehinderte Säuglinge. Auch solche mit meiner Behinderung.

„Ich möchte nicht, dass meine Versicherungsbeiträge erhöht werden, damit Kinder ohne Aussicht auf Lebensqualität teure Behandlungen erhalten“, ist ein Zitat von ihm.

Und ich möchte nicht, dass Menschen, die behinderten Menschen das Recht auf Leben absprechen, in unserer Stadt ein Podium und einen Preis erhalten.

Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlichster Parteien haben sich mittlerweile gegen diese Ehrung ausgesprochen und ich schließe mich dem Protest am 26. Mai 2015 um 17 Uhr an.

Der Realitäts-Check Inklusion wirkt nach…

… zwei Beispiele von heute:

1. Das Rabenhaus hatte Besuch vom Treptow-Köpenicker Sozialstadtrat Gernot Klemm und nun sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch von ihm für ihre Teilnahme am „Realitäts-Check Inklusion“ gewürdigt worden.

2. Heute haben wir die neuen nueva news erhalten und auch die berichten über unseren „Realitäts-Check Inklusion“ am 25. März 2015 im Berliner Abgeordnetenhaus.

https://www.nueva-network.eu/de/Presse/nueva-news/
nueva news

5. Mai 2015 – Europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

Mobile Rampe

Liebe Nachbarschaftshäuser,

wir haben jetzt eine 4 kg schwere/leichte mobile Rampe, die wir gern verleihen. Ihren ersten Einsatz hat sie am kommenden Dienstag beim Fachtag „Ich kenne meine Rechte“, eine Kooperation zwischen dem Stadtteilzentrum Pankow und dem Stadtteilzentrum am Teutoburger Platz.

Einladung

Programmablauf

Und falls jemand wissen will, worum es genau beim 5. Mai geht, hier steht’s.

Abschlussrede Signetverleihung

„Liebe Prämierte, sehr geehrte Teilnehmerinnen und Teilnehmer,

wir haben vorhin Kafka zitiert. Diesen Teil des Abends beschließen möchte ich mit einem weiteren Zitat. Es stammt von einem ehemaligen Regierenden Bürgermeister und es ist nicht „Ich bin schwul und das ist auch gut so.“

Es stammt aus dem Jahre 1993 von Richard von Weizsäcker. Und ja, wenn man genau nachrechnet, war er 1993 schon nicht mehr Regierender Bürgermeister von West-Berlin, sonders Bundespräsident. Richard von Weizsäcker hielt damals eine Rede vor der Bundesarbeitsgemeinschaft „Hilfe für Behinderte“ – so hieß die damals.

1993 – das war vor der Grundgesetzänderung, vor der Pflegeversicherung, vor dem Landesgleichberechtigungsgesetz, vor dem SGB IX, vor dem Behindertengleichstellungsgesetz auf Bundesebene und vor der UN-Behindertenrechtskonvention.

Bereits 1993 sagte Richard von Weizsäcker Dinge, die auch heute noch genauso aktuell sind:

‚Es gibt keine Norm fürs Menschsein.‘, sagte er. Und bezogen auf Sozialräume stellte er fest, dass Stadtplaner nur den Rahmen für ein humanes Zusammenleben bieten können, worauf es ankommt ist die eigene Wahrnehmung und wie wir uns tatsächlich verhalten.‘ Das stimmt heute noch.

‚Einem Menschen die ihm gemäße Sprache vorzuenthalten, ist so grausam wie eine Isolationshaft.‘ ist ein anderer wichtiger Satz in seiner Rede. Ich weiß nicht, ob er damals schon Gebärdensprache oder Leichte Sprache mit einbezog, aber der Satz ist auch in diesem Zusammenhang heute noch gültig.

Und er stellte ganz klar fest: ‚Wer aber publizistisch das Lebensrecht von Menschen mit angeborener Behinderung in Zweifel zieht, der verletzt die Würde des Menschen.‘ Angesichts der aktuellen Diskussion um pränatale Diagnostik leider immer noch Realität.

Richard von Weizsäcker schloss seine Rede mit den Worten: ‚Was wir zu lernen haben, ist so schwer und doch so einfach und klar: Es ist normal, verschieden zu sein.‘ Zitat Ende.

Heute – 22 Jahre später – füge ich an:

Ja, wir sind alle verschieden. Und normal ist das noch lange nicht. Wir sind alle verschieden und doch haben wir die gleichen Rechte. Menschenrechte.

Und eines davon ist: Jeder Mensch hat in seiner Verschiedenheit das Recht, ein aktiver, selbstbestimmter, mitgestaltender, mitentscheidender, gleichberechtigter Teil der Gemeinschaft zu sein.

Dieses Menschenrecht verwirklichen – nichts weniger tun Sie, die Ausgezeichneten, tun wir alle, die wir in den Kiezen, Stadtteilen und an unseren Wirkungsstätten für Inklusion streiten.

Ich wünsche uns: Bleiben wir auf diesem Weg der Inklusion und machen es deutlich durch unsere Haltung, durch unser Verhalten und die messbaren Ergebnisse unseres Handelns.

Bleiben wir auf dem Weg der Inklusion, nicht nur weil Teilhabe ein Menschenrecht ist, sondern weil sie menschlich richtig ist.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!“